Eisvogelschutz

 

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Errichten von Nisthilfen

Viele Bäche sehen aus wie dieser:

An solchen Bächen kann kein Eisvogel brüten, denn Eisvögel brauchen Uferabbruchkanten, die an Fluß- und Bachwindungen durch Hochwasser entstehen. Dort gräbt er seine Nisthöhle hinein.

Um dennoch Nistmöglichkeiten zu schaffen, muß man vielerorts ein wenig Nachhelfen...

 

Abstechen von lotrechten Wänden in Uferböschungen

Da im Raum Ostwestfalen-Lippe der Boden an den Bachufern größtenteils aus sandigem Lehm besteht, reicht es für uns aus, die Ufer an geeigneten Stellen lotrecht abzustechen - die Höhlen graben sich die Tiere dann selbst hinein.
Geeignet ist in unserem Sinne eine Stelle, die relativ abgelegen, also für Störenfriede relativ schwer zu finden und zu erreichen ist. Weiterhin sollte die Stelle nach Möglichkeit nicht weiter als 80m vom Gewässer entfernt sein.
Unsere Steilwände sind im Durchschnitt an der lotrechten Fläche 1,20m bis 1,80m hoch und in etwa genauso breit.

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Die Mindesthöhe für eine solche Wand liegt unserer Meinung nach bei 1,20m, weil sonst Feinde wie Marder oder andere Räuber ein sehr leichtes Spiel haben und die Höhle aufgraben.
Aus demselben Grund sollten diese Steilwände jedes Frühjahr vor der Brutperiode neu abgestochen werden, um die Wand immer schön steil und lotrecht zu halten.

Da laut Gesetz die Bäche sowie die Bachböschungen unter den Befugnisbereich des Wasserschutzamtes fallen, ist also neben einer Genehmigung der Unteren Landschaftsbehörde auch die Erlaubnis des Wasserschutzamtes oder ggf. des Grundstücksbesitzers einzuholen.

Der Mündener Eisvogel-Nistblock

Besteht der Boden der Böschung nicht aus sandigem Lehm (Erd- oder Sandsteilwände werden von den Eisvögeln nur sehr ungern angenommen), ist der Mündener Eisvogel-Nistblock (siehe Ornithologische Mitteilungen 1975, M. Waldschmidt: " Der Mündener Eisvogel-Nistblock" eine gute Lösung.
Hier wird die Uferböschung mit einem Lehm-Kalk-Gemisch aufgeschüttet; der Kalk dient dazu, den Lehm haltbarer zu machen.
Die Kalkstabilsierung bewirkt eine gewisse Frostresistenz und Wasserfestigkeit des Bodens. Mittels der Kalkeinmischung können auch wassergesättigte Böden bearbeitbar und verdichtbar gemacht werden, da der Kalk dem Boden des Wasser entzieht.

Technik der Bodenbefestigung mit Kalk

1. Verteilen des Kalkes (CaO oder Ca(OH)2) in den zu behandelnden Boden unter Berücksichtigung der entspr. Dosierung (i.a. 4 - 8 Gew. %).
2. Einmischen des Kalkes in den Boden, ggf. unter Zugabe von Wasser , um den chem. Prozeß in Gang zu setzen, wenn der Boden zu trocken ist.
3. Verdichten des lockeren Boden-Kalk-Gemisches durch Stampfen bzw. Walzen innerhalb von 4 Stunden nach der Aufbereitung bzw. nach dem Einbau des Materials an der vorgesehenen Stelle.
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Beton - Nisthöhlen

Mit der Einarbeitung von Kunsthöhlen aus Beton in STW aus ungeeignetem Boden haben wir relativ schlechte Erfahrungen gemacht, da sie von den Eisvögeln nicht angenommen wurden. Diese Erfahrung ist jedoch nicht von allen Eisvogelschützern gemacht worden. Auch hier gilt: Probieren geht über studieren. Die Kunsthöhlen sind problemlos im Nisthilfenfachhandel zu beziehen.

Der Eisvogel-Nistkasten

Eine dritte, etwas exotischere Möglichkeit besteht darin, einen richtigen Nistkasten für Eisvögel zu bauen. Diese Konstruktion macht allerdings nur Sinn, wenn keine geeigneten Bachufer zu finden sind.
Hier wird eine künstliche STW aus einer wasserdichten Spanplatte o.ä. am Bachufer aufgebaut und hinter dieser künstlichen Brutwand ein Nistkasten mit Niströhre und Brutkammer befestigt.
(Siehe Ornithologische Mitteilungen 1985 , J. Bosselmann/H.J. Esper "Erfolgreicher Versuch mit Eisvogel-Nistkästen im Mosel-Eifel-Raum")

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