Abstechen von lotrechten Wänden in
Uferböschungen
Da im Raum Ostwestfalen-Lippe der Boden an den Bachufern
größtenteils aus sandigem Lehm besteht, reicht es für uns aus,
die Ufer an geeigneten Stellen lotrecht abzustechen - die Höhlen
graben sich die Tiere dann selbst hinein.
Geeignet ist in unserem Sinne eine Stelle, die relativ abgelegen,
also für Störenfriede relativ schwer zu finden und zu erreichen
ist. Weiterhin sollte die Stelle nach Möglichkeit nicht weiter
als 80m vom Gewässer entfernt sein.
Unsere Steilwände sind im Durchschnitt an der lotrechten Fläche
1,20m bis 1,80m hoch und in etwa genauso breit.
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Die Mindesthöhe für eine solche Wand liegt unserer Meinung
nach bei 1,20m, weil sonst Feinde wie Marder oder andere Räuber
ein sehr leichtes Spiel haben und die Höhle aufgraben.
Aus demselben Grund sollten diese Steilwände jedes Frühjahr vor
der Brutperiode neu abgestochen werden, um die Wand immer schön
steil und lotrecht zu halten.
Da laut Gesetz die Bäche sowie die Bachböschungen unter
den Befugnisbereich des Wasserschutzamtes fallen, ist also neben
einer Genehmigung der Unteren Landschaftsbehörde auch die
Erlaubnis des Wasserschutzamtes oder ggf. des
Grundstücksbesitzers einzuholen.

Der Mündener Eisvogel-Nistblock
Besteht der Boden der Böschung nicht aus sandigem Lehm (Erd-
oder Sandsteilwände werden von den Eisvögeln nur sehr ungern angenommen), ist der Mündener Eisvogel-Nistblock (siehe Ornithologische
Mitteilungen 1975, M. Waldschmidt: " Der Mündener
Eisvogel-Nistblock" eine gute Lösung.
Hier wird die Uferböschung mit einem Lehm-Kalk-Gemisch
aufgeschüttet; der Kalk dient dazu, den Lehm haltbarer zu
machen.
Die Kalkstabilsierung bewirkt eine gewisse Frostresistenz und
Wasserfestigkeit des Bodens. Mittels der Kalkeinmischung können
auch wassergesättigte Böden bearbeitbar und verdichtbar gemacht
werden, da der Kalk dem Boden des Wasser entzieht.
Technik der Bodenbefestigung mit Kalk
1. Verteilen des Kalkes (CaO oder Ca(OH)2) in den
zu behandelnden Boden unter Berücksichtigung der entspr.
Dosierung (i.a. 4 - 8 Gew. %).
2. Einmischen des Kalkes in den Boden, ggf. unter Zugabe von
Wasser , um den chem. Prozeß in Gang zu setzen, wenn der Boden
zu trocken ist.
3. Verdichten des lockeren Boden-Kalk-Gemisches durch Stampfen
bzw. Walzen innerhalb von 4 Stunden nach der Aufbereitung bzw.
nach dem Einbau des Materials an der vorgesehenen Stelle.
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Beton - Nisthöhlen
Mit der Einarbeitung von Kunsthöhlen aus Beton in STW aus
ungeeignetem Boden haben wir relativ schlechte Erfahrungen
gemacht, da sie von den Eisvögeln nicht angenommen wurden. Diese
Erfahrung ist jedoch nicht von allen Eisvogelschützern gemacht
worden. Auch hier gilt: Probieren geht über studieren. Die
Kunsthöhlen sind problemlos im Nisthilfenfachhandel zu beziehen.

Der Eisvogel-Nistkasten
Eine dritte, etwas exotischere Möglichkeit besteht darin,
einen richtigen Nistkasten für Eisvögel zu bauen. Diese
Konstruktion macht allerdings nur Sinn, wenn keine geeigneten
Bachufer zu finden sind.
Hier wird eine künstliche STW aus einer wasserdichten Spanplatte
o.ä. am Bachufer aufgebaut und hinter dieser künstlichen
Brutwand ein Nistkasten mit Niströhre und Brutkammer befestigt.
(Siehe Ornithologische Mitteilungen 1985 , J.
Bosselmann/H.J. Esper "Erfolgreicher Versuch mit
Eisvogel-Nistkästen im Mosel-Eifel-Raum")
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